Personzentrierte Weiterbildung, Paartherapie & Beratung
zertifiziert durch die GwG e.V. und DGfB

Die 4 Phasen der Beratung


Ein Beratungsprozess ist kein gerader Weg. Er hat Windungen, manchmal Rückschritte – und meistens einen Moment, in dem sich etwas löst, bevor man weiß warum.
Dennoch gibt es Phasen, die die meisten Prozesse durchlaufen. Ich erkläre sie hier, weil ich glaube, dass ein wenig Orientierung helfen kann, Sicherheit geben kann, ohne konkrete Erwartungen an Dich oder auch mich auszulösen. 
Die Grenzen zwischen den Phasen sind fließend. Manchmal springt man zurück. Manchmal überspringt man etwas. Wie lang jede Phase dauert, hängt von der Komplexität der Themen ab und vor allem davon, was du gerade brauchst.


1. Organisatorische Phase

Beim ersten Termin schauen wir gemeinsam, was dich hergeführt hat, was Du dir von einer Beratung erhoffst und ob das, was ich anbiete, dazu passt. Wenn wir beide das Gefühl haben, dass dem nicht so ist, sage ich das. Und ich helfe dir, Alternativen zu finden.

Außerdem klären wir alles Organisatorische, sollte es hier noch Unklarheiten geben: Ablauf, Kosten, Absageregeln, Fragen aller Art.


2. Klärungsphase

In dieser Phase geht es darum, Vertrauen aufzubauen  und zu verstehen, was eigentlich hinter dem Anliegen steckt. Oft ist das, womit man kommt, nicht das, worum es wirklich geht oder auch eigentlich geht. Das gilt für die Einzelberatung ebenso wie für die Paartherapie. 

Wer sich wünscht disziplinierter zu sein, braucht oft keine 'härtere Hand' sondern im Gegenteil: Fürsorge und Validierung. Paare die sich wünschen weniger zu streiten haben manchmal kein Paarproblem, sondern eher ein Problem mit der Stressregulation und nutzen einander als Ventil.

Wir arbeiten uns anhand konkreter Situationen vor: Wie hast du dich gefühlt? Woher kennst du dieses Gefühl noch? Was löst es aus? Manchmal schärfen sich hier die Ziele nach und manchmal verschiebt sich das eigentliche Thema.

3. Arbeitsphase


Das ist das Herzstück. Und ich nehme dir diese Arbeit nicht ab.
Was ich tue: Ich helfe dir, dich selbst zu verstehen und zu akzeptieren, weil Veränderung oft erst dann möglich wird. Ich helfe dir, Auslöser zu sehen, Muster zu benennen, Ressourcen zu entdecken. Ich helfe dir, auch unangenehme Gefühle zuzulassen, nicht um in ihnen zu versinken, sondern um zu verstehen, was sie dir sagen wollen. 

Die meisten Menschen haben keine adäquate Emotionsregulation lernen dürfen, aufgewachsen mit Sätzen wie: "Stell Dich nicht so an!" "Eigenlob stinkt!" "Wer schreit hat Unrecht" fällt es schwer sich selbst auszuhalten, Trauer zuzulassen, sich selbst anzuerkennen oder seiner Wut Raum zu geben und all das darf hier da sein, weil es wichtig und richtig ist, diese Gefühle zu haben und sie sinnvoll zu nutzen, statt von ihnen übermannt zu werde.

Was ich nicht tue: Ich gebe keine Ratschläge. Ich schlage keine Lösungen vor. Ich sage dir nicht, was ich an deiner Stelle täte.
Es geht nicht um meine Meinung, meine Werte oder meine Vorstellungen. Es geht um dich.
Du bist nicht die Anderen. Du wirst deinen eigenen Weg finden.
Manchmal ist das frustrierend. Manche Menschen wollen hören, dass die anderen Schuld haben oder wollen einfach eine Anleitung. Das kann ich verstehen. Aber ich wäre keine gute Begleiterin, wenn ich dir Wege zeigen würde, die für jemand anderen funktioniert haben.

Und nebenbei, wenn ich mich doch mal breit schlagen lasse oder mir eine Lösung rausrutscht passiert meist Folgendes: Du nimmst einen Widerstand wahr (psychologische Reaktanz) und beginnst den nächsten Satz mit "Ja, aber..." und das ist gut so.


4. Zielphase


Die Beratung endet, wenn sich ein Abschluss richtig anfühlt, für Dich. Nicht nach einem festgelegten Zeitplan.
Ein paar Fragen, die helfen können zu spüren, ob es so weit ist:

  • Habe ich Wege aus der Krise gefunden – oder habe ich gelernt, mit dem zu leben, was sich nicht ändern lässt? 
  • Geht es mir besser als zu Beginn?

Viele melden sich nach einer Pause wieder, manchmal in der nächsten Krise oder kommen mit ganz anderen Themen und das ist kein Scheitern sondern ein Zeichen dafür, dass wir eine gut Beziehung aufgebaut haben und die Gespräche als hilfreich und entlastend empfunden wurden. Oft wird dann nur ein Termin benötigt, manchmal auch zwei und wir profitieren beide von der Beziehungsarbeit die wir bereits geleistet haben.

Wir Menschen sind soziale Wesen und nicht dafür gemacht alleine klarzukommen, Probleme zu bewältigen. oder Krisen in Einsamkeit zu überwinden. Und das Leben hält für manche eben mehr Irrungen und Wirrungen parat als für Andere. 


Termin buchen


zurück zur zur Übersicht

 
 
 
E-Mail
Karte
Infos
Instagram
LinkedIn